Bildungswerkstatt Bergwald
Reitweg 7
3600 Thun

Tel: +41 (0)33 438 88 38
Fax: +41 (0)33 438 88 39

sekretariat(at)bergwald.ch

Feedbacks von SchülerInnen

„Ich merke, dass ich mit einem anderen Blick durch den Wald gehe und die Bäume von einer anderen Seite betrachte..."

Lea

 „Es schneite die ganze Woche und unser Lagerhaus war einfach ausgestattet. Es hatte keinen Strom, keine Zentralheizung, nur zwei Duschen und die Kleider waren schon am ersten Tag total schmutzig. Doch die Stimmung war genial. Trotz Schnee und Kälte gingen wir jeden Morgen singend aus dem Haus“

Jenny, Sek. 4b

 „Es  war ganz still. Das einzige Geräusch, das zu hören war, stammte von der Zweihandsäge. Abwechslungsweise zogen meine Kollegin und ich an den Holzgriffen und das Sägeblatt frass sich langsam, aber stetig durch den Stamm.“

Laure, 9. Klasse

 Wir hoffen, mit unserem bescheidenen Anteil an Waldarbeit etwas beigetragen zu haben, dass der schöne und für die Talbewohner so wichtige Bergwald wieder gesund und kräftig wird, damit er sie weiterhin vor Lawinen bewahren kann. Es hat uns traurig und wütend gemacht, als wir nach unserer Rückkehr in den Zeitungen lasen, dass sich auch die Politiker Gedanken machen um den Bergwald und sich dessen Zustand vor Ort zeigen liessen, dann aber trotzdem befanden, es sei kein Geld vorhanden, um dem bedrohten Wald zu helfen. Vielleicht sollten alle einmal einen solchen Einsatz leisten, um wieder den Wald und die Natur zu erleben und zu erkennen, wie wichtig sie für uns alle sind?“

Aus Schlussbericht 9. Klasse aus Steffisburg

 „Das Forstpraktikum hat mir super gefallen, ich habe es genossen, die verschiedenen Arbeiten des Försters kennen zu lernen und auszuführen.  .....Wir hatten es unter uns Schülern in einem Lager noch nie so gut, ich glaube es lag an der Arbeit.“ „In diesem Praktikum habe ich gelernt, den Baum, den Wald von einer ganz anderen Seite anzuschauen. Ich mache mir Gedanken. Wie alt ist er? Ist er gesund? Was ist es überhaupt für eine Art von Baum? Vorher hatte ich diese Gedanken eigentlich nicht.“ „Das Gefühl, wenn der Baum fiel, war für mich, dass man etwas Wunderbares, Starkes zusammen in einem Team genau (oder auch nicht) in diese Richtung gefällt hatte, die vorausgesehen war. Ein Gebilde, das viel grösser und mächtiger ist als ich selber. Irgendwie wurde ich ehrfürchtig.“

Barbara

 „Zu den Arbeiten wurden wir so professionell und aufmerksam hingeleitet, dass sich bei mir sofort Neugier, Vertrauen und Freude einstellten. Die Arbeitsgeräte waren in derart gutem Zustand, dass alle Schüler den nötigen Respekt davor hatten. Die seriöse, kompetente und hintergründige Vermittlung liess bei uns Schülern ein Gefühl des Ernstgenommenseins und dass wir auch eine gewisse Wichtigkeit haben, entstehen. Heute trete ich in den Wald mit anderen Gefühlen, mit grosser Achtung, besseren Kenntnissen und Aufmerksamkeit.“

Aline

 „Es war nicht immer einfach, man musste sehr konzentriert arbeiten und nicht nur immer herumblödeln. Ich habe auch gesehen, dass man die Arbeiten nicht alle alleine erledigen konnte, dass man besser im Team arbeitet, denn im Team hat man auch mehr Spass!“

Michèle

 „Ich habe gesehen, dass alle in der Klasse arbeiten können. In unserer Gruppe haben wir gut zusammen gearbeitet. Wir verstehen uns gegenseitig besser als zuvor. Man konnte auch ein gewisses Vertrauen aufbauen, denn ohne das konnte man fast nicht arbeiten.“

David, 9. Real

 „Ich hätte nie gedacht, dass man vierzehn Schüler mit einer derart negativen Einstellung so motivieren könnte, wie dies unsere Leiter taten. Und ich habe noch nie so viel gelacht bei der Arbeit – ich habe aber auch noch nie so viel gearbeitet wie in dieser Bergwaldwoche.“

Simon Keller

 „Mir wurde bewusst, dass es bedeutend einfacher ist, Dinge zu zerstören, als Neues entstehen zu lassen. Die Fällarbeit, die wir verrichteten, bedeutete allerdings keineswegs nur Tod, sondern vielmehr auch neues Leben. Unser Leiter pflegte jeweils zu sagen: ‚Platz für die Jugend!’“

Thomas A.

 „Ich stand vor diesem Riesen und überlegte mir, was er wohl schon alles gesehen und erlebt haben mochte. Wie viele Stürme hatten an ihm gerüttelt?  .....Doch jetzt war es an der Zeit, jüngeren Bäumen Platz zu machen. .......Das Eindrücklichste war für mich aber der Fall des Baumes. Es begann mit dem Ruf: ‚Achtung, Baum fällt’, und endete mit dem donnernden Geräusch, mit dem der Baum auf der Erde aufschlug. Unauslöschlich das Bild, mit welcher Kraft der Baum umstürzte. Mit einem Knacken neigte er sich zur Seite und raste mit immer grösser werdenden Geschwindigkeit der Erde zu.“ „In diesem kurzen Moment des Fallens war ‚unser’ Baum ein ganz besonderer Baum. Es war, als würde die Natur für einen Moment den Atem anhalten, um ihm beim Sterben zuzusehen.“

Franziska K.

 „Ich fuhr mit grosser Abneigung nach Blatten......Anfangs fand ich die Arbeit äusserst uninteressant. Doch plötzlich wurde mir die Schönheit des Waldes bewusst. An gewissen Stellen war der Weg mit Nadeln bedeckt. Es sah aus, wie ein Teppich. Die friedliche Stimmung liess mich alle Sorgen und den Alltagsstress vergessen. Ich fühlte mich frei, und plötzlich begann mir die Arbeit Spass zu machen.“

Stéphanie D.

 Auch ich war am Anfang nicht gerade so begeistert, ich sah sehr schwere Arbeit auf mich zukommen. Etwa eine Woche vor Reisebeginn spürte ich dann so etwas wie Abenteuerlust und freute mich mit jedem Tag mehr auf das Lager. Ich merkte, dass auch meine Schulkamerad-innen sich auch langsam anfingen zu freuen. Jeden Tag kamen die Schüler/-innen müde und verschwitzt von den Arbeitsplätzen nach hause, aber ich denke dass alle glücklich waren und dass die Arbeit auch den allermeisten gefallen hat. Die Projektwoche hat mir sehr gut gefallen. Es hat mir viel Spass gemacht mich den neuen Herausforderungen zu stellen und sie auch zu bewältigen. Die Teamarbeit und das Miteinander-Arbeiten war eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen unserer Arbeit. Ich nehme diese Erfahrung mit in mein Leben.                                                                                                                                  

Daniel S. 3b

 Diese Woche hat uns um einiges reifer gemacht, denn wie ich denke, können nicht viele 15-17­jährige von solch einer Erfahrung sprechen. Es war nicht nur arbeiten, sondern auch Unterricht, Unterricht in einer Form, wie sie jeder von uns auch über einen längeren Zeitraum gern haben würde. Wir kamen vielleicht am Abend müde und kraftlos ins Haus zurück, aber trotzdem hatten wir noch genug Kraft, um auf den Arbeitstag zurückzublicken und über unsere Pechs und Pannen zu lachen. Durch dieses Lager sind wir als Klasse zusammengewachsen und haben einander so kennengelernt, wie wir es in den letzten drei Jahren nicht konnten, und haben in manch einem oder anderen das entdeckt, was wir nie für möglich gehalten hätten. Kurz gesagt: Mich dünkt, dass wir zu einer grossen Familie zusammengewachsen sind. Ich finde, dass das Lager vielen von uns Eindrücke und Erfahrungen beschert hat, die wir nicht so schnell vergessen werden und über die wir noch vielleicht nach zehn Jahren an unserem Klassentreffen reden und lachen werden. Am Schluss der Woche blickten wir mit einem lachenden und weinenden Auge zurück. Das lachende Auge dafür, dass uns die Chance gegeben wurde, so tolle Menschen kennen zu lernen oder an denen, die man schon kannte, etwas Neues und Unerwartetes zu entdecken und mit ihnen etwas Sinnvolles für Mutter Natur und die Zukunft der dortigen Einwohner zu leisten. Das weinende Auge sehe ich dafür, solche eindrucksvolle Menschen nach so einer kurzen Zeit zu verlieren, und auch für unsere Mitschüler, welchen wir in Zukunft nicht mehr so oft über den Weg laufen werden. Wir als Klasse empfehlen jeder anderen Klasse so ein Arbeitslager unserer Art und wir garantieren, dass es niemand bereuen würde.

Gjeva M. 3b

 

webdesign: luginbuehl.com